Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen

ARTE Film

Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen

Kampf der Kriegeraffen

Der Dokumentarfilm „Kampf der Kriegeraffen“ zeigt das Zusammenleben einer Schimpansen Gruppe über einen Zeitraum von über 20 Jahren. In spektakulären Bildern dokumentieren die Wissenschaftler das soziale Verhalten bis zum Mord.

In dieser Folge beleuchte ich die emotionale Intelligenz und das Verhalten im Vergleich zu uns Menschen. Den Film findet Ihr entweder in der ARTE Mediathek oder auf Youtube

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Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen

Textauszug – Transcription

Kampf der Kriegeraffen

Ich halte den Dokumentarfilm „Kampf der Kriegeraffen“ als einen der besten Filme, natürlich vorausgesetzt man interessiert sich für Menschen und Tiere.

Der Film wurde in einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren gedreht, was man am alten Filmmaterial auch leicht erkennen kann, was aber inhaltlich nicht weiter schlimm ist. Die beiden Anthropologen David Watts und John Mitani verfolgten die Schimpansen Gruppe im Kibale Nationalpark in Uganda und beobachteten was innerhalb dieser Gruppe und auch nach außen vor sich geht. Die Gruppe bezeichneten sie als Ngogo-Schimpansen und zu Beginn 1992 hatte sie 43 Mitglieder und man glaubte die Gruppe wäre schon zu groß und würde sich bald teilen. Was daraus wurde erzählt der Film mit wirklich spektakulären Bildern.

Die Wissenschaftler benötigten 4-5 Jahre Zeit um überhaupt in die Nähe der Schimpansen zu kommen um solche Videos drehen zu können. Sie gaben auch jedem Gruppenmitglied einen Namen um sie beobachten und charakterlich beschreiben zu können.

Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen
Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen

Stammen wir vom Affen ab?

Der Charakter und das Verhalten innerhalb der Gruppe war von Tier zu Tier unterschiedlich und auch die Aufgaben in der Gruppe. Genau genommen war das Sozialverhalten sehr ähnlich wie in einer menschlichen Gruppe. Alle die Kinder haben und im Kindergarten ein wenig beobachten, werden feststellen, die Ähnlichkeit ist extrem. In der Gruppe wie im Kindergarten gibt es Raufbolde, Diplomaten, Taktiker, Tröster, Stärkere wie Schwächere oder welche die sich einfach überlegen fühlen. Also von allem etwas.

Und dann gibt es Hierarchie Stufen, also eine Rangordnung. Nicht wie bei vielen anderen Tieren, einer ist der Chef und alle gehorchen, sondern unterschiedliche Stufen. Was auch wichtig ist, nicht unbedingt der Stärkste steht auf der höchsten Stufe. Sondern der mit dem größten Rückhalt in der Gruppe. Es ist also eher die Cleverness und das Netzwerken gefragt als die alleinige Kraft.

Mord unter Affen

Ein soziales Leben untereinander ergibt natürlich auch Probleme. Unter Menschen gibt es Kriege um das Territorium auszuweiten und Streit kann bei uns Menschen zu Mord führen. Genauso ist das auch bei den Ngogo-Schimpansen. Bei Streitigkeiten mit Nachbargruppen sowie auch beim Erweitern ihres Territoriums töteten sie andere Schimpansen.

Und auch Ärger in der Gruppe endete einmal mit gezieltem Mord, ein nervender Raufbold wurde getreten und gebissen und an den Folgen dieser Verletzungen verstarb das Tier einsam am Rande ihres Gebietes. Hier sah man auch wie sehr die englischen Wissenschaftler schon mit den Tieren verbunden waren und wie nah sie der Gruppe waren, ihnen stockte beim Erzählen des Vorfalls mehrfach die Stimme.

Verantwortung und Vermehrung

Was ich ebenfalls als sehr spannend empfand, manche Tiere strebten nach Macht und gingen nicht dem Trieb “ich muss meine Gene unbedingt weitergeben” nach. In dieser Zeit hatte ein eher unscheinbares Männchen, das in der Rangordnung keine wirkliche Rolle spielte, den meisten Nachwuchs. Er hielt sich aus den Rangkämpfen raus, kümmerte sich viel um andere, also Fellpflege und teilte sein Fressen. Er war also ein guter Netzwerker, keiner wollte ihm was und er konnte sich dadurch vermutlich viel mehr erlauben. In meinen Augen hatte er einfach eine hohe emotionale Intelligenz. Er hat lieber sein Leben genossen als sich geprügelt.

Dieses Miteinander hat mich auch am meisten beeindruckt, da wurde mal ein kleiner Affe gefangen, der Fuß ausgerissen und dem anderen zum Fressen gereicht. Wirkliches Sozialverhalten. Auch das taktische Vorgehen bei Angriffen auf benachbarte Gruppen, dies erfolgte nur in Überzahl.

Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen
Emotionale Intelligenz der Kriegeraffen

Emotionalle Intelligenz vor 3 Millionen Jahren?

Wenn ich mir den Film anschaue, fühle ich mich 3 Millionen Jahre zurückversetzt, als sich der weg vom Menschen und vom Affen trennte. Wahrscheinlich verständigten wir uns auch mit Krunzlauten und wahrscheinlich bildeten sich immer größere Gemeinschaften die langsam zu Völkern wurden.

Die Ngogo Schimpansen vergrößerten sich auch deutlich in diesen über 20 Jahren zu Beginn schon sehr groß mit 43 Tieren waren es 2015 204 Tiere. Mit einem Herrscher über alle, würde das wahrscheinlich überhaupt nicht möglich sein, als muss es Zwischenstufen in der Rangordnung geben.

Wie in der Gruppe der Schimpansen ist auch bei uns Menschen nicht die pure Kraft und Gewalt entscheidend sondern es ist viel wichtiger wie ich mit anderen umgehe. Wie ich mir ein Netzwerk aufbaue oder mir Unterstützung sichere, indem ich jemanden anderen das Fell pflege oder ihm was zum Fressen bringe. Wir sprechen heute von Reziprozität oder dem Gesetz der Gegenseitigkeit und wie alt das ist, kann man sehr leicht in der Schimpansen Gruppe sehen.

Emotionale Intelligenz der entscheidende Faktor?

Was ich auch sehr interessant empfand, nicht jeder strebt nach dem gleichen Ziel, der eine will Macht, der andere sich vermehren und andere wiederum nur ein unkompliziertes Leben innerhalb der Gruppe. Diejenigen die sich gegen die Gruppe stellen werden bestraft und in dem einem dokumentierten Fall sogar ermordet. Und wenn sie älter werden, werden sie nicht aus der Gruppe ausgestoßen, sondern leben als Rentner ruhiger und zurückgezogen in der Gruppe. Auch das ist ein klares soziales Verhalten.

Ich beschäftige mich jetzt schon sehr lange mit emotionaler Intelligenz, aber der Beweis wie wichtig diese soziale Komponente ist, wird in dem Film richtig klar. Der eigene persönliche Erfolg ist wichtig, nicht etwas was andere mir vorgeben, wenn ich Unternehmer sein möchte, super. Wenn für mich die Familie aber wichtiger ist, dann ist der Erfolg vom Erziehen der eigenen Kinder genauso gut wie ein hohes Gehaltskonto.

Mich hat der Film auch wieder geerdet und ich kann nur jedem empfehlen sich den Film mal anzuschauen. Der Link ist oben auf der Seite zu finden.