Ja, aber

Wie ich Umsetzung vermeide

Ja, aber

Wenn du weiterkommen oder ein Projekt voranbringen möchtest, dann kannst du das sehr leicht und einfach mit einem Ja-aber verhindern. Für mich ist das Ja-aber der Lieblingsbegriff aller, die nichts verändern möchten.

In dieser Folge betrachte ich, wie diese Floskel im täglichen Gebrauch ein Vorankommen verhindert und wie du einen Weg findest, nicht in diese Falle zu tappen.

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Reziprozität

Textauszug – Transcription

Warum ja, aber?

Ich hatte schon in älteren Folgen erwähnt wie wenig mir dieses Ja, aber gefällt und da es zur Zeit die Lieblingshaltung der Politiker ist und ich es nicht mehr hören kann, möchte ich es hier ansprechen.

Der Auslöser war letztendlich der CDU Politiker Helge Braun bei Anne Will. Er ist Mediziner und Staatsminister und ganz sicher kein Dummer. Allerdings kann er seine Intelligenz wunderbar hinter Allgemein Floskeln und Bedenken wunderbar verstecken. Er hat keine Antworten, sondern nur ausreden und eine hinhalte Taktik in der Hoffnung, die Pandemie wird schon verschwinden bis wir mal tätig werden.

Er war in der Sendung das Sinnbild der Hinhaltetaktik und das nicht zum ersten mal. Ganz ehrlich, ich frage mich, wie wird so jemand Staatsminister? Für mich unbegreiflich. Würde er ein Unternehmen führen oder sagen wir mal eine kleine Bäckerei, würde es in der Früh keine Semmeln und Brezen geben, weil er Gründe findet, warum das gefährlich ist, ungesund ist oder was weiß ich. Wie kann so jemand ernsthaft in der Führung eines Staates eingebunden sein?

Verhinderer statt Macher

Ich kann sagen warum, er fällt in normalen Zeiten nicht auf, schließlich kann man mit keiner Meinung nicht anecken, allerdings gibt es so auch nie Veränderungen. Und ganz ehrlich gesagt, das mögen wir. Wir Menschen sind einfach nicht gemacht für Veränderungen.

Ganz anders dagegen Jens Spahn, er steht ständig in der Kritik, auch schon vor der Pandemie, weil er immer wieder Vorschläge für Veränderungen unterbreitet. Er hat mal vor zwei Jahren gesagt. Er weiß, dass nicht jede Idee von ihm gut ist, aber wenn er sie nicht ausspricht dann kann man auch nicht sagen ob sie gut ist. Und genau das ist es, für eine Weiterentwicklung muss man auch mal was Dummes sagen oder tun dürfen, Fehler gehören einfach dazu.

Ich möchte damit nicht sagen, dass Jens Spahn der Überflieger oder Heilsbringer ist, aber mir persönlich ist eine Macher der auch Fehler macht, als ein Bewahrer, der zwar keine Fehler macht, auch nichts voranbringt.

Noch mal auf die Bäckerei blickend, sind bei Spahn zwar manche Semmeln in der Früh fehlerhaft, aber es sind zumindest welche da.

Was hat das aber jetzt mit ja, aber zu tun?

Ja, aber ist nichts anderes, als das ich nicht umsetzten möchte, dies gilt nach außen, wie nach innen und das ist auch die große Gefahr. Wenn ich weiß, ich muss mich bewerben, weil sonst habe ich keinen Job, mein inneres aber sagt, aber ich bin nicht qualifiziert genug, dann werde ich nie einen Job finden, schließlich muss man dafür in Bewegung kommen.

Man blockierst sich also immer wieder selbst und bleibt stecken in den eigenen zweifeln.

Nach außen ist es auch nicht besser, wenn du in einem Team Verbesserungen vorschlägst und es kommt als erstes ja und dann mit einem fetten aber, warum das alles nicht geht, dann demotiviert das extrem. Auch zum Beispiel Kunden gegenüber.

Ja, aber im Job

Ich war als Account Manager sehr häufig mit Technik, Support, Innendienst und Fachkräften die spezialisiert waren auf bestimmte Themen beim Kunden. Die meisten haben die Kunden wirklich begeistert bis zu dem Zeitpunkt wo der Kunde Rückfragen hatte oder meinte ob man das so auch in ihrem Unternehmen einsetzen könnte. Dann strahlten meine Unterstützer und sagten ja und dann die Ernüchterung. Aber dafür müssen wir noch das und das ändern und da könnte noch etwas nicht funktionieren und das geht jetzt noch nicht usw.

In diesen Momenten saß ich immer mit einem hochroten Kopf kurz vor dem explodieren da und versuchte sie in ihrem Redeschwall irgendwo zu unterbrechen, schließlich wusste man da noch nicht genau was der Kunde wirklich brauchte und vielleicht konnte man die Probleme innerhalb des Projektes zu einer Verbesserung nutzen. Es wäre dann kein aber mehr sondern ein Ja und davon profitieren sie auch noch.

Mein Umgang mit dem Ja, aber

Ich habe das immer wieder erlebt und ich habe dann konsequent vor einem Kundentermin in einer kurzen Besprechung gesagt, es gibt kein Ja, aber, es gibt entweder ein Ja oder ein Nein, wenn wir jetzt schon wissen, dass wir es nicht können, bzw. auch in naher Zukunft nicht können.

Diejenigen die das erste mal mit mir zum Kunden gefahren sind, waren immer ein wenig perplex, weil ich da sehr rigoros war und sonst eher zu den Einfühlsamen gehöre. Es half aber nicht, ich musste das immer wieder ansprechen, weil es sich sehr viele Kollegen einfach angewöhnt hatten, zuerst die Probleme zu sehen und nicht die Lösung.

Auch intern steht das ja, aber jeder Verbesserung im Weg, werden Vorschläge gemacht, denken die Meisten erst an die Probleme die das Mitbringen könnte, nicht aber an die Verbesserung. Das Resultat ist Stillstand und genau dafür steht Helge Braun für mich, selbst bei einer 95% Lösung wird er sein aber in den letzten 5% finden. Ich möchte das nicht alles auf ihm abwälzen die meisten Politiker agieren so, sie möchten nicht anecken, schließlich kostet das Wählerstimmen, wenn man in der Heute Show, der Anstalt oder auf Extra 3 über sie lacht, aber genau die Politiker bräuchten wir um etwas zu verändern und neu zu gestalten.

Wie komme ich aus der ja, aber Falle

Wir müssen akzeptieren, dass nicht alles vorhersehbar ist oder zu 100% planbar. Wir können noch so gut planen, manchmal passieren einfach Dinge die nicht vorhersehbar sind und dazu gehört nicht immer nur das Negative, sondern auch das Positive.

Wenn ein Fußballer aus 25-30 Metern auf das Tor schießt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Ball auch ins Tor geht. Wenn sich aber ein Gegenspieler reinwirft um den Schuss zu blocken und dabei den Ball in das andere Eck abfälscht. Dann ist der Ball drin, obwohl man vorher sagen könnte Ja der Ball kann reingehen, aber da kann ein Abwehrspieler den Ball blocken, oder der Ball geht neben das Tor oder der Ball hat nicht genügend Power oder Präzision und der Torwart kann ihn halten usw. Es gibt also viele aber, nur hören darauf die Fußballer nicht und probieren es trotzdem und manchmal haben sie einfach das Glück des Probierenden. Und genau so ergeht es uns auch bei der Umsetzung unserer Ideen. Es kann nur was Gutes rauskommen, wenn wir es auch probieren.

Neue Ausgangslage?

Im Business habe ich übrigens auch oft genug erlebt, dass sich auf einmal die Anforderungen verändert haben oder das Problem auf einmal nicht mehr wichtig ist und man es verwerfen kann oder der Chef wechselt und auf einmal eine vollkommen neue Ausgangslage da ist. Mit einem Ja, aber hätten wir uns aber diese positiven Wendungen schon kaputt gemacht, bevor es überhaupt losgeht.

Daher meine Empfehlung eine klare Entscheidung Nein oder Ja und niemals Ja, aber, das ist nämlich Ja und Nein gleichzeitig und das geht nun mal nicht.

Und bevor wir aber sagen, sollten wir testen, vielleicht habe ich mich ja mit meinem aber getäuscht, vielleicht findet der Ball doch den Weg ins Tor. Das die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering ist, sieht man an den vielen Toren in den letzten Minuten. Da wird trotz geringer Chance geschossen, das Aber wird einfach ignoriert und dann landet der Ball im Netz, obwohl es vorher unwahrscheinlich war.

Der kleine Bruder des Ja, aber

Betrachten wir noch den kleinen Bruder des Ja, aber, das Wenn-dann, wenn ich in Rente bin genieße ich das Leben, wenn ich genügend Geld habe, dann … Wenn ich mein Studium fertig habe, dann …, auch das kann man immer weiter aufzählen. Warum kann man das Leben nicht genießen bevor man in Rente geht, warum benötige ich genügend Geld um meine Träume zu erfüllen, wäre es nicht viel cleverer den Weg dorthin schon zu genießen.

Wie beim Ja, aber ist beim Wenn-dann die Herausforderung den Weg anzunehmen und zu gehen, auch mit der Möglichkeit, dass man erstmal scheitern könnte. Wichtig wäre den Weg schon zu genießen, wie ich es eben schon erwähnt hatte.

Dieser Weg heißt dann auch nicht Ja, aber, sondern Ja, und was ist der nächste Schritt. Wir sind dann auf die Lösung fokussiert und nicht auf das Problem und genau das unterscheidet auch erfolgreiche Menschen von nicht so erfolgreichen. Sie machen sich keinen Kopf über das Problem. Sie stecken ihre Energie in die Lösung.

Mir ist klar, das ist nicht so einfach umsetzbar, aber beobachte dich und dein Umfeld und verändere die aber in ein und und mache daraus deine Lösung.